Meine Welt
Die Rückschau ist für mich kein reines Erinnern.
Sie ist ein bewusst gelebter Prozess, in dem Vergangenes
und Gegenwärtiges ineinandergreifen
und mein künstlerisches Schaffen stetig neu formen.
In meinen Arbeiten ist die Vergänglichkeit allgegenwärtig,
eine Realität,
die mich unaufhaltsam antreibt und gleichzeitig innehalten lässt.
Jedes meiner Werke trägt die Spuren derer,
die mich einst begleitet haben,
aber heute nicht mehr unter uns sind.
In der Rückschau verweilt ihre Präsenz,
lebendig und greifbar, und verleiht meiner Kunst eine Dimension,
die weit über das bloße Abbilden von Erinnerungen hinausgeht.
Dieser Verlust, das Zerfallene und die Schönheit der Vergangenen
werden zu einem Teil des „Jetzt“, das ich in meinen Arbeiten festzuhalten suche.
Meine Rückschau ist ein Dialog zwischen dem, was war, und dem,
was ist – ein stetiges Interagieren und Neuerfinden, das mich darin bestärkt,
diesen Weg weiter zu gehen.
Vergangenes fließt ein, formt sich und schenkt mir die Inspiration,
die aus der Balance von Gestern und Heute entsteht.

Antar Honigs ist vieles:
Friseurmeister, Künstler, Einrichter… ein kreativer Mensch von Kopf bis Fuß.
Betrachtet man ihn und seine Arbeit, so kristallisieren sich zwei Themen heraus:
Das erste ist „Nachhaltigkeit“… vielleicht auch „Achtsamkeit“.
Antar lebt es mit seinen eigenen Looks, die modern und harmonisch aufeinander
abgestimmt sind und immer den Touch von Nostalgie tragen,
da die meisten Stücke auch tatsächlich Vintage sind.
Das zieht sich auch durch seine Kunst.
Die Materialien, mit denen er arbeitet sind Fundstücke von Flohmärkten,
Reste von baulichen Projekten oder auch mal Dinge, die er auf der Straße findet.
So werden schon mal ein Kanister, eine Folie, Puppen,
ein abgerissener Henkel oder andere Dinge des Alltags in einen völlig
neuen Kontext gesetzt.
Fell wird zum Rahmen, Wachs zum Objekt, verbranntes Holz zum Mahnmal.
Das zweite Thema ist „Vergänglichkeit.“
Er zeigt dessen Schrecken und Schönheit zugleich.
Das Material „Haare“ liegt dabei nahe und symbolisiert Sein und Schein,
wird zur Offenbarung der Endlichkeit, zum Werkzeug der eigenen Täuschung.
Getrocknete Blumen, verkohltes Holz oder Spielzeug werden zu
ungesehenen Objekten verwandelt, die einen zum Nachdenken über
die eigene Vergänglichkeit bringen, –
das Aufblühen sowie das Verwelken des Lebens.
Die Bandbreite seines Schaffens ist groß
und kann nicht in eine Schublade gepackt werden –
einfach immer wieder überraschend und anregend.
Text: von Christian Brinkmann
