Meine Spuren
Die ersten Werke eines Künstlers sind oft mehr als nur Anfänge – sie sind Vorboten dessen, was später zur Essenz des Schaffens wird. In meinen Früh Werken zeigt sich bereits die Experimentierfreude, die Faszination für Materialität und eine intuitive Auseinandersetzung mit Raum, Stofflichkeit und sakraler Anmutung. Jedes meiner Werke markiert einen Punkt in dieser Bewegung: von den ersten plastischen Arbeiten, geprägt von einer tiefen Neugier für Form und Struktur, über die Installation im eigenen Schlafzimmer als ersten bewussten Eingriff in den Raum, bis hin zu Werken, die bereits eine starke Auseinandersetzung mit Material und Symbolik zeigen. Die sakrale Anmutung, die Künstlichkeit von Stoff und Plastik, das Spiel mit Licht und Vergänglichkeit – all diese Elemente begleiten mich heute.Was sich mit der Zeit verändert hat, ist nicht die innere Quelle meiner Arbeit, sondern mein Blick darauf. Früher war Kunst, ein Experiment, heute ist es eine Notwendigkeit. Die Freiheit, das zu machen, was mich wirklich antreibt, und es der Welt zu zeigen, ist nicht nur ein Wunsch, sondern ein zentrales Anliegen meines Schaffens geworden.

Relief
Das Tonrelief entstand im Rahmen des Schulunterrichts und gehört zu meinen frühsten Arbeiten. Die Form ist mit einfachen, rhythmischen Linien und Flächen strukturiert.
Es war ein erster Versuch, Material mit eigener Hand zu formen und eine Fläche plastisch zu beleben.
Titel: Ohne Titel
Jahr: Schulzeit um 1970
Material: Ton
Maße: 15 cm hoch
Leidenschaftsplastik
Jahr: späte1980er
Diese frühe Arbeit entstand in einer Aachener Wohngemeinschaft als improvisiertes Weihnachtsobjekt – platziert in einer Flurecke, begleitet von Kerzenschein. Trotz ihrer Zweckhaftigkeit entfaltet die Plastik eine starke, emotionale Präsenz. Die Materialien wirken aufgeladen, fast pathetisch, und lassen schon die spätere Lust an Inszenierung, Symbolik und sakraler Anmut erahnen. Ein Stück gelebte Atmosphäre – zwischen Alltag und künstlerischen Impuls.


Vergangene Zeit in einem Punkt
Diese Installation entstand vor circa 35 Jahren in meinem Schlafzimmer.
Und doch fühlt es sich an, als hätte ich sie erst gestern aufgebaut. Je mehr ich mich mit meiner Kunst auseinandersetze, desto mehr schrumpft die Zeit auf einen einzigen Punkt, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Die sakrale Anmutung, die Stoffe, die Inszenierung – all das begleitet mich bis heute. Mein künstlerischer Ausdruck hat sich verändert, aber die Essenz bleibt. Dieses Werk ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Echo meiner heutigen Arbeit. Es zeigt, das meine Themen nicht einfach hinter mir liegen, sondern sich immer wieder neu entfalten.
Ritualobjekt mit Naturmaterialien
In diesem Werk verbindet sich die rohe Kraft der Natur mit einer bewusst inszenierten Künstlichkeit. Zweige, getrocknete Blumen und bunte Schichten aus Wachs und Seidenpapier formen eine Art zeremonielle Skulptur, die an magische Objekte oder Totemfiguren erinnern.
Die Materialien stehen im Mittelpunkt:
der Kontrast zwischen organischer Vergänglichkeit und plastischer Formgebung erzeugen eine spannungsreiche Ästhetik.
Wie in späteren Arbeiten zieht sich hier bereits das Motiv der Transformation durch –
ein Übergangszustand zwischen Wachstum und Verfall, zwischen Schönheit und Zerfall.


Augenblick
Vier Keramiksegmente drei oben, eines quer darunter – bilden zusammen eine strukturierte,
fast architektonisch wirkende Anordnung, die stark an ein abstrahiertes Auge erinnert.
Die reduzierte Form, die räumliche Staffelung und das Spiel mit Abstand erzeugen ein leises
Spannungsfeld zwischen Sehen, Übersehen und dem, was sich nicht zeigt.
Titel: Augenblick
Jahr: 1987
Ort: Maastricht, Niederlande
Material: Ton, Wachsüberzug
Maße: nicht dokumentiert / nicht mehr verfügbar
Grabdeckel
Ein dreiteiliges Tonobjekt, überzogen mit Wachs – gedacht als Grabdeckel, doch an der Wand
präsentiert.
Diese Verschiebung verändert die Wahrnehmung: Statt etwas zu verschließen, wird es zum Zeichen, zur Spur. Die unregelmäßige Oberfläche trägt das Echo eines darunter liegenden Körpers oder einer Erinnerung, als hätte sich eine Präsenz im Material abgedrückt.
Der Spalt im unteren Segment öffnet die Form – eine Unterbrechung, die nicht nur den Abschluss stört, sondern einen Einblick andeutet. Schutz und Preisgabe, Abgrenzung und Durchlässigkeit existieren hier gleichzeitig. In der Hängung wird der Deckel selbst zum Relikt, zur Schwelle zwischen Bewahren und Vergehen.
Objektbezeichnung: Grabdeckel
Ort: Maastricht, Niederlande
Jahr: 1987
Material: Ton, Wachsüberzug
Maße: 92x39x9


Offen
Dieses Keramische Stück verändert seinen Ausdruck je nach Hängung oder Betrachtungswinkel. Manche sehen ein Auge, andere eine symbolisch aufgeladene Körperöffnung. Die Form bleibt bewusst offen – ein Spiel mit Projektion, Wahrnehmung und dem menschlichen Bedürfnis
Bedeutung zu erkennen.
Titel: Offen
Ort: Maastricht, Niederlande
Jahr: 1987
Material: Ton, Wachs
Maße: 60x35x12 cm

Hirschhand
Die aufrecht stehende Figur aus Ton greift eine Kindheitserinnerung auf:
das Schattenspiel mit den Fingern, bei dem ein Hirsch entsteht. Das Objekt ist dabei weder direkt figürlich noch abstrakt – es balanciert zwischen Geste, Erinnerung und Projektion und öffnet sich damit auch für andere Assoziationen.
Titel: Hirschhand
Ort: Maastricht, Niederlande
Jahr: 1987
Material: Ton lasiert
Maße: 60x12 Ø cm

Anatomie des Fremden
Das Objekt wirkt organisch und inszeniert zugleich, beinahe wie ein zerfallender Körper oder Relikt, das sich in ein weiches, aber leicht unheimliches Nest aus Haaren und Federn zurückzieht. Die Kombination
aus Keramik, orangefarbenen Flauschfedern und dem Haarteppich
erzeugt einen reizvollen Kontrast zwischen Künstlichkeit, Wärme,
Fragilität und Körperlichkeit.
Nach dem Abbruch meines Kunststudiums in Holland zog ich mich Anfang der 2000er in die Stille Südfrankreichs zurück –in eine Phase der Selbstfindung, die zur inneren Wende wurde.
In einem selbst gebauten Atelierzelt, umgeben von staubiger Landschaft,
baute ich aus Fundstücken meine ersten Arbeiten. Plastikschnüre von den Feldern, verbranntes Holz, rostiges Eisen, Wachs, Haare – Materialien, die gezeichnet waren von Zeit und Funktion.
Ich lebte dort in unmittelbarer Nähe zu Hagen Lieberknecht, dessen Tod später ein Werk mitprägte: „Relikt der Sterblichkeit“,
unter einer Glaskuppel, mit Vincents Röntgenbild, Rosen, Licht und seinen Haaren.
Gemeinsam mit anderen entstand eine improvisierte Gruppenausstellung in Bonnieux -
roh, suchend, eindrucksvoll. Diese zwei Jahre wurden für mich zum Fundament.
Keine Hochschule hätte mir diese Erfahrung geben können.

Wegweiser
Diese markante Figur stand am Eingang des Camps in Velleron – ein aufgerichtetes V gehalten von feinen Verspannungen, mit einem roten Kreis als Blickfang über der Mitte. Die beiden Hauptformen bestehen aus gebündelten schwarzen Plastikschnüren, ursprünglich von Bauern zur Strohbündelung verwendet und von der Müllkippe gerettet. Die Struktur wurde aus Moniereisen geformt, das teilweise mit rotem Kunststoff umwickelt ist. Das Werk dient nicht nur als sichtbare Begrüßung, sondern als symbolisches Tor: eine Schwelle zwischen Außenwelt und einem Ort, der Konzentration, Freiheit und künstlerischen Arbeit. In seiner archaisch anmutenden Form schwingt etwas Zeremonielles mit – wie ein stiller Wächter am Übergang in eine andere Wirklichkeit.
Mein Atelierzelt am selbst angelegten Teich


Die Meditationskuppel
die ich in dieser Zeit baute, war ein Ausdruck meines Bedürfnisses nach Rückzug, Sammlung und Verbindung mit etwas Größerem
Fernab der Wege, wo Steine weiß blenden und der Himmel sich weitet, wuchs diese Kuppel wie ein Gedanke aus dem Staub.


Der schwebende Stern
Unter der Rundung der Meditationskuppel schwebt ein achtzackiger Stern aus geschweißtem Moniereisen, überzogen mit geschmolzener hellblauer Plastikfolie. Bei Dunkelheit wird er zum leuchtenden Zentrum – ein stilles Lichtobjekt zwischen Erdenschwere und Himmelsweite.
Erinnerungssplitter - Berlin
Kolorierte Rosen – Glanz zum Mitnehmen. Damals in Berlin fotografierte ich Rosen in Schwarz-Weiß, kolorierte sie von Hand, fügte Glimmer hinzu – bis sie fast leuchteten.
Postkarten wie kleine Sehnsuchtsobjekte. Nostalgisch, romantisch, kitschig. Etwas zum Habenwollen, Festhalten, Verschicken. Und sie gingen weg wie warme Semmel.

Unter dem Sonnenschirm
Ich stand auf Berliner Straßen, unter einem selbst mitgebrachten gelben Sonnenschirm – rund um mich hingen meine selbst entworfenen Schmuckstücke. Die Ketten trugen Cornettos, kleine Hörnchen, italienische Glücksbringer. Ich drapierte sie auf Kugeln, ließ sie wie tierische Ornamente wirken. Jedes Stück ein Glücksversprechen. Eine Kette, wie ein lebendiger Talisman.
Das Lichtobjekt
Es entstand parallel zu der Schmuckserie und bildet mit ihr eine ästhetische, materiell verwobene Einheit und wirkt wie eine Mischung aus organischer Form und futuristischem Design. Die zentrale, leuchtende Kugel mit den herausragenden, geschwungenen Spitzen erinnert an eine mikroskopische Struktur oder eine abstrahierte Sonne – zugleich zart und bedrohlich. Die Lichtwirkung verstärkt den Eindruck von Lebendigkeit und Bewegung. Es wirkt, als würden sich die Spitzen in Richtung Betrachter strecken oder zurückziehen.


Das Lichtobjekt
Die fein geschwungenen Hörnchen wurden von Hand geformt, abgegossen und auf eine leuchtende Kugel appliziert. Während sie in der Schmuckserie als tragbare Elemente fungieren, entfalten sie hier eine neue Präsenz: wie wachsende Strukturen, zwischen barockem Ornament, floraler Bewegung und organischer Bedrohung. Die Lichtquelle im Inneren belebt das Objekt von innen heraus – es strahlt, pulsiert und wirkt wie ein lebendiges Wesen.

Zurück in Deutschland, arbeite ich weiter mit verbranntem Holz, mit Wachs, mit Plastikarten,
die ich mit dem Heißluftföhn bearbeite.
Meine Objekte tragen Spuren: Haare, Rosendornen und sakrale Motive tauchen auf….
Meine nicht realisierte Installation "Glücklich", war für die Affenfaust Galerie geplant,
und steht exemplarisch für diese Auseinandersetzung.
Der Boden sollte mit Menschenhaaren bedeckt sein – eine weiche, sehr sichtbare Schicht.
Im Hintergrund roter Taft, eine Kulisse, die Schönheit suggeriert. Doch Schönheit trügt.
Das, was zunächst vertraulich scheint, entpuppt sich als etwas Fremdes. Eine Inszenierung,
die Erwartungen unterläuft – wie so oft in meinen Arbeiten.


Sedimente
Hier finden Sie Texte und Materialien, die einen tieferen Einblick in mein künstlerisches Denken und
meine persönlichen Erlebnisse geben.
Beiträge, die meine Werke und meine Reise begleiten, sowie Eindrücke von Menschen,
die mich und meine Kunst auf unterschiedliche Weise wahrgenommen haben.
„Ich bin ein Künstler, der sich mit den Themen Vergänglichkeit, Schmerz und Transformation beschäftigt.
Meine Arbeiten sind Ausdruck, meiner eigenen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der fortwährenden Entfaltung von Emotionen und Erinnerungen.
Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, das Schmerz und Schönheit oft Hand in Hand gehen und das Liebe und Verlust,
Zerfall und Neubeginn immer wieder neue Formen annehmen.
Die Kunst ist für mich ein Weg, diese komplexen, oft widersprüchlichen Erfahrungen sichtbar zu machen.
Auf dieser Reise verbinde ich verschiedene Materialien, Formen und Symbole, die miteinander interagieren und sich gegenseitig ergänzen.
Ein markantes Werk von mir ist, „ Reliquie der Sterblichkeit “das auf besondere Weise meine Philosophie widerspiegelt.“
Hagen Lieberknecht, Kunsthistoriker, Kurator und Autor, hat meine Arbeiten begleitet und reflektiert.
Seine Texte öffneten eine weitere Perspektive auf das was meine Kunst bewegt:
„MEDIA IN VITA IN MORTE SUMUS“
Alle Sinne sind darauf gerichtet, der Erinnerung zu entkommen, sie in meiner Gegenwart neu zu erschaffen…
“Meine Erinnerung ist eine werdende Gegenwart, die mir eine neue Zukunft verspricht,
verschieden von der, die mir meine Erinnerungen an all die Dinge, mit denen ich arbeite, vorschreibt.
Verschieden von all dem, was ich jetzt aufzählen werde, so mühsam und erheiternd sich das auch
liest,
es ist es nicht mehr, jedenfalls nicht mehr so:
Die Müllhalden in der Provence, die Ratten, die Leute, die mehr mitnehmen, als abladen.
Das Gold, der Flimmer, die Lebensrettungsfolien, die Friedhofsblumen, die Puppen und verkohlten Hunde.
Der Alte, der dort lebte? Der Keller meiner Eltern, die zerbrochenen Kruzifixe, die Nische,
aus der meine zusammengestellten Gegenstände quollen, der Geruch und vor allem die Menschen,
die die Schwelle meines Zimmers nicht überschreiten wollten.
Das alles ist nicht so, und so war es auch nie und es soll meine Erinnerung sein.
So stellt meine Arbeit den Versuch dar, nicht essentiell, sondern in Variationen zu denken,
die wie ein eigener Körper in Besitz nehmen und sich vermehren.
Ich, der Künstler, befinde mich am selben Ort.
Es gibt nur eine Kontingenz, kein Kennzeichnendes. Es gibt eben nur die Variation.
Es entsteht, was abgesondert wird und das Verhältnis zur Provence bestimmt.
Ich, ich werde weggehen, aber meine Passage bleibt.
Ich bin ein Vorbeigehender, einer, der seine Erinnerung nicht mehr erkennt.
Das Werk bleibt an den unveränderbaren Ort gebunden und definiert mich als den Gehenden und beweist meine Veränderung.
„Keiner von uns kann vergessen, dass das Licht aus der Finsternis kommt, das Leben aus der Verwesung.
Gegen den Anschein ist der Künstler nützlich. Er ist der Katalysator, der dem inneren Licht erlaubt, sich zu befreien.
Ein erster Schritt zu einer anderen Menschheit. Gold ist ein reiner Widerschein Gottes“.
Meine Kunst bewegt sich genau in diesem Zwischenraum.
Sie sucht nicht nach Vollendung, sondern nach dem, was in der Veränderung sichtbar wird.
Sie hält nichts fest, sondern macht das Sichtbar werden selbst zum Gegenstand.
„Die Gruppenausstellung in Bonnieux war ein Moment des Grabens – im wörtlichen Sinne wie im übertragenen Sinne.
Die Idee, unter der Oberfläche nach verborgenen Werten zu suchen, ist bis heute in meinen Arbeiten präsent.
Das Spiel mit Material, Vergänglichkeit und Transzendenz spiegelt sich in meiner Kunst wieder –
nicht als bloße Ästhetik, sondern als Spurensuche, nach dem, was bleibt, wenn alles vergeht“.
„Willkommen in diesem Moment des Dazwischen“


Haarschneidetanzparty
Am Samstag, 7. November 1998 wurde der Friseursalon von Antar zum Schauplatz einer besonderen Begegnung:
eine Haarschneidetanzparty, die Kunst, Körper, Handwerk und Bewegung miteinander verwob. Der Titel der Ausstellung lautete „Köpfe“, doch es ging um weit mehr als das Sichtbare.
Zwischen Spiegeln, Musik und Schere entstand ein temporärer Raum, in dem Verwandlung gelebt wurde – im wörtlichen wie im wie übertragenen Sinne.
Die Hamburger Kunstszene war eingeladen, mitzuwirken. Neben Antar selbst, der seine frühe Arbeit unter dem Titel: „Eingeschmolzene Himmel“ präsentierte, beteiligten sich:
Christoph Schweitzer, Fotograf
Steve Müller, Tischler und Bildhauer
Ulrich Rölfing, Maler und Bildhauer
Pierre Claassen, Kommunikationsdesigner
und Andrea Jonischkies, Journalistin,
die die Veranstaltung damals begleitete, formulierte in ihrer Ankündigung treffend:
„Kunst kommt von Können, heißt es ja immer. Jeder Künstler ist auch immer ein guter Handwerker, aber nicht jeder Handwerker notwendigerweise auch ein Künstler. Denn große Kunst am Kopf besteht nicht immer darin, künstliche Gebilde zu erzeugen…“
Die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst, zwischen Alltag und Andacht, wurden an diesem Abend bewusst durchlässig gemacht. Der ehemalige Salon, einst ein Ort des äußeren Wandels, wurde so zur Bühne für etwas Tieferes – ein Vorbote dessen, was später in der Installation wie „Eingeschmolzene Himmel“ weiterlebte.
Heute lebe ich zwischen den Welten – mit einer Leidenschaft für das Unvollkommene,
für Relikte, für das, was vergeht und doch weiter strahlt. Mein Werk wächst aus einem tief empfundenen "Jetzt", das von jenen geprägt ist, die gegangen sind – und von dem Wissen, dass keine Zeit zu verlieren ist.

Doch nicht alle Spuren hinterlassen Wachs, Asche oder Haare. Manche glänzen, glitzern, klingen – und zeigen sich in Bewegung, Gesang und Gemeinschaft.
Zwischen Glitzer und Gesang
Und weil sich Sedimente nicht nur in Wachs ablagern, sondern auch im Lachen,
in Kostümen und im Klang, öffnet sich hier ein weiterer Raum meines Schaffens: die Bühne.
Ich bin Teil der Bollenmädels – eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Freunden,
die mit Charm, Witz und Glitzer durch CSDs und internationalen Aktionen wirbelt.
Ob in Brüssel am Manneken Pis oder im direkten Dialog mit Passant*innen:
wir treten gerne in Kontakt – bunt, laut und mit Haltung.

Auch bei Schola Cantorosa stehe ich auf der Bühne -
ein schwuler Männerchor mit Faible für Schlager, Opernparodien und klangvolle Selbstironie.
Unser Auftritte bewegen sich zwischen Bühnenlicht und Zwinkern –
getragen von der Freude am Gesang und einem klaren Blick auf die Welt.
Zwischen Glitzer und Gesang bleibt Raum für alles, was vibriert, was lacht,
was über den Bühnenrand hinauswächst – und manchmal auch unter die Haut geht.


